this post was submitted on 31 Mar 2025
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] cyberblob@discuss.tchncs.de 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago) (1 children)

Du hast zwar mit deiner Definition der Tatverdächtigen recht. Das muss ich zugeben. Aber denkst du die Polizei hat jetzt einfach Lust mehr Tatverdächtige aufzuführen, weil "verdachtsunabhängige Kontrollen", oder was? Tatverdächtige und Kriminalfälle (Verbrechen) sind korreliert.

Ich stimme dir auch zu, dass die Unterbrigung in Mehrbettunterkünften nicht optimal ist, aber ich sehe auch nicht warum die Unterbringung in diesen per se eine Zumutung darstellt, wenn man doch gerade einer lebensgefährlichen Situation entkommen ist. Vor allem gebe ich zu bedenken, dass wir ja auch nicht einfach alles mit schicken Asylunterkünftenzu bauen können, während die hier ansässige Bevölkerung die Miet enicht mehr zahlen kann (übrigens ist da die Hautfarbe egal...). Wer soll das bezahlen? Sorry. Also: Optimal ist das sicherlicht nicht. Ein praktikabler Ansatz bis man einen geklärten Asylstatus hat und arbeiten kann allemal.

1.) Ich denke Deutschland ist im Durchschnitt ein Land das SEHR fair mit Flüchtlingen umgeht. Flüchtlinge haben einen fairen, von Ihrem Status abhängigen Zugang zum Arbeitsmarkt (Link). Das anders zu regeln wäre in einem Rechtsstaat imho Schwachsinn.

2.) Wie schon woanders gesagt, nicht einfach gefühlt-richtige Informationen aus deiner Echokammer wiedergeben, sondern gerne Fakten zur Hand nehmen: Ein Entscheid bei einem Asylverfahren dauert im Durchschnitt 7,8 Monate (Link). Das klingt jetzt ehrlich gesagt nicht so schrecklich, wenn man berücksichtigt, dass der Staat nunmal ein faires und ordentliches Verfahren durchführen will und wir jetzt auch nicht tausende Leute in der Ausländerbehörde beschäftigen können. Den Wert finde ich okay. Hinzu kommt, mit dem unter Punkt 1 genannten Link: Nach Abgabe eines Asylantrags kann man bereits nach 3 Monaten eingeschränkt Tätigkeiten aufnehmen.

3.) Jeder Flüchtling mit Status kann an einem Integrationskurs teilnehmen (Link). Jährlich machen das circa 300.000 Flüchtlinge. Klingt für mich nach einem funktionierendem System.

Und klingt jetzt nicht so gruselig, oder? Hinzu kommt: Ich weiss nicht was für Flüchtlingsunterkünfte du kennst. Aber die die ich tagtäglich sehe sind, bunt, mit Bepflanzung, durchaus gepflegt und auf dem Parkplatz stehen ziemlich viele Autos. D.h. die Leute partiziperen wohl bereits wirtschaftlich, denn dabei handelt es sich nicht nur um Ukrainer ;)

4.) Die armen Flüchtlinge verstehen die Bürokratie nicht und sind allein auf weiter Flur? Wie kann es dann sein, dass über 70% Klage einreichen gegen einen negativen Asylentscheid (Link). So lost scheinen die dann nicht zu sein. 18-25% der Klagen sind übrigens erfolgreich. Zugegeben, der Wert ist mir zu hoch, das könnte auch das BAMF vorher besser entscheiden. Aber die restlichen Menschen haben nach diesen Verfahren offenbar kein Bleiberecht. Das sage nicht ich, sondern die Gesetze unseres liberalen Rechtsstaates.

Ich frage mich immer mit was für einem Entitlement jemand wie du sich das alles zurecht denkt. Ich kann doch auch nicht erwarten in die USA zu fliegen und zu erwarten, dass ich einfach so da bleiben darf. Und ich würde hier sogar liebendgern mit dir die Utopie einer vereinten Welt träumen. Aber das Ziel erreicht man nicht mit der Erodierung von Rechtsstaatlichkeit.

Deine Argumentation mit dem Franzosen, dem Ukrainer und dem Afghanen hinkt insgesamt, das weisst du auch. Wir nähern uns nämlich dem Kern deiner Weltsicht, um die du herumtanzt: Du möchtest bitte, dass wir Menschen uneingeschränkt aufnehmen. Das kann man wollen, da darf man aber auch dagegen sein.

Während der Franzose eben ein EU-Bürger ist, der Ukrainer ein Kriegsflüchtling, muss man bei Afghanen eben genauer schauen, ob es sich um Wirtschaftsflüchtlinge oder Verfolgte handelt. Du hast ja sicher mitbekommen, dass sich eine nicht unerhebliche Anzahl afghanischer Flüchtlinge Heimaturlaub genehmigt. Da darf man durchaus mal die Frage stellen, wie das mit einem Asylantrag zusammenpasst. Ohne zu pauschalisieren. Natürlich gibt es Afghanen mit Asylanspruch.

Aber Wirtschaftsflüchtlinge sind nunmal nicht vom Asylrecht gedeckt und deswegen stecken diese dann oftmals in Kettenduldungen fest. Das ist keine "böse Behandlung", sondern das was der Staat tun sollte, wenn es keine Rechtsgrundlage für ein Bleiberecht gibt. Das machen auch alle westliche Staate so und oftmals noch schlimmer. Aber hier in Deutschland sind wir natürlich richtig böse und Nazis, nur weil wir mal darüber reden...

Ich verstehe, dass du gerne zu allen Menschen nett sein möchtest, aber so einfach und so machbar ist das eben nicht immer. Das funktioniert oft gut im kleinen Umfeld, auf einer globalen Skala ist das etwas anderes.

[–] kossa@feddit.org 1 points 1 day ago

Here we go. Ich dachte wir reden über die Kriminalität von Ausländern? Jetzt reden wir plötzlich darüber, dass Afghanen, die Heimaturlaub machen, hier nicht willkommen sein sollten, unabhängig von jeglicher Kriminalität. Das ist ja komisch.

Zu der Feststellung des ifo-Instituts, dass Zuwanderung nicht die Kriminalitätsrate erhöht, hast du im Übrigen noch gar nicht Stellung bezogen.

Da du meine Weltsicht ansprichst, werde ich sie dir gerne erläutern: ich finde, jeder Mensch sollte in seiner Heimat glücklich werden können. Das funktioniert wohl nicht, also versuchen Menschen zu uns zu kommen, weil sie sich davon erhoffen, den schlimmeren Umständen in ihrer Heimat zu entgehen. Das ist nicht schön, für keinen der Beteiligten. Aber ich mag die Konsequenz noch weniger: wenn wir Migration begrenzen wollen, können wir das nur mit Gewalt durchsetzen. Das ist immer die Konsequenz. Die Menschen hören ja nicht auf zu migrieren, nur weil wir "ein paar Tausend" niedermähen. Und, Spoiler: insbesondere durch den Klimawandel wird das Problem erst noch so richtig, richtig in Fahrt kommen. Und dann müssen wir richtig, richtig Gewalt ausüben, wenn wir das begrenzen wollen. Diese tollen "Transitzentren" in Nordafrika werden dann richtig klassische Konzentrationslager werden. Und das will ich nicht. So einfach. Wird es den Kontinent und das globale Gefüge verändern? Ja, vermutlich. Einen Tod muss man sterben. Aber ich glaube, wenn man das gezielt steuert, als "dornige Chance" begreift, wird es nicht so schlimm wie die Alternative, nämlich wieder einmal unzählige Menschen "loszuwerden". Wenn unsere liberale, westliche Lebenswelt so sehr allen anderen überlegen ist, dann müsste es doch ein leichtes sein, die Menschen hier gezielt aufzunehmen und davon zu überzeugen, sie zu integrieren und von der westlichen Lebenswelt profitieren zu lassen?! Aber das geht nur mit dem Willen und der Bereitschaft, dafür richtig Ressourcen und Mühe aufzuwenden.